Das KI.M auf der GWPs-Tagung 2017

Im Rahmen der 21. Fachtagung der GWPs vom 2. bis zum 4. März 2017 in Darmstadt wirkte auch das KI.M an den Diskussionen rund um die aktuellen Themen der Wirtschaftspsychologie mit.

Unsere Beiträge zum Recrutainment, zur „dunklen Triade“ sowie zu aktuellen Projekten unseres Spin-Offs KI-TEST boten rege Diskussionsgrundlagen. In unserem Workshop zur beruflichen Praxisorientierung gaben wir Studenten einen Einblick in die Arbeit in der Managementberatung. Und auch am aktuellen Diskurs bezüglich der Titelführung nach einem wirtschaftspsychologischen Studium beteiligten sich unsere Vertreter des KI.M.

Die GWPs

Die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie e.V. (GWPs) vertritt die Interessen der wirtschaftspsychologischen Lehre, Forschung und Beratung an Fachhochschulen. Der Verein dient als Kommunikationsplattform und Netzwerk für Professoren und Studenten wirtschaftspsychologischer Studiengänge sowie Praktiker aus dem wirtschaftspsychologischen Bereich. Zum 21. Mal trafen sich etwa 100 Wirtschaftspsychologen auf der Tagung, dieses Jahr lokalisiert an der Hochschule Darmstadt, um sich über die aktuellen Themen des Fachbereiches auszutauschen.

Aktuell beschäftigt sich die GWPs besonders mit der Diskussion rund um die Titelführung nach einem Bachelor-Studiengang in Wirtschaftspsychologie. Es steht zur Debatte, wer sich nach welchem Studium „Wirtschaftspsychologe“ nennen darf und ob für diese Bezeichnung ein Master-Abschluss obligatorisch ist. Zurzeit führen auch Absolventen eines Bachelorstudienganges in Wirtschaftspsychologie diesen Titel. Die GWPs setzt sich für den Erhalt dieser Regelung ein, will die Studenten in der Anerkennung ihres Studienganges unterstützen und ein konkretes Curriculum entwickeln, das die Voraussetzungen an einen Studiengang, der zur Führung des Titels „Wirtschaftspsychologe“ befähigt, definiert.

Recrutainment

Ausgehend vom anhaltenden Gamification-Trend, der über das sogenannte „Recrutainment“ auch in die Personalrekrutierung einzieht, befassten sich Marco Hillers, Consultant im KI.M, Prof. Dr. Christian Dries, Gründer und wissenschaftlicher Leiter des KI.M, und Wirtschaftspsychologiestudent Carlos Hedderich, Hochschule Fresenius Köln, mit den Wirkmechanismen von Spielelementen in der Online-Personalauswahl. Hierzu wurden 134 Freiwillige gebeten, an einem Online-Leistungstest mit Spielelementen teilzunehmen und im Nachgang Angaben zur Akzeptanz dieses Recrutainments zu machen. Die Ergebnisse zeigen einen positiven Einfluss auf das Interesse am Unternehmen. Hieraus ergeben sich interessante neue Forschungsfelder für den Einsatz des Recrutainments auch in der Online-Eignungsdiagnostik. 
Die Diskussion im Anschluss an den Vortrag bestätigte das Voranschreiten dieses Feldes, zeigte aber auch auf, dass sich die Fachwelt noch nicht auf eine einheitliche Definition einigen kann. Der sinnvolle Einsatz dieses vielversprechenden Ansatzes bedarf weiterer Forschung, der sich mit den positiven Effekten beschäftigt und zielgerichtet definiert, wo Recrutainment anfängt und wo seine Grenzen liegen.

Die dunkle Triade und mikropolitische Taktiken

Der Posterbeitrag von Pascal Hendricks, Kai Externbrink und Prof. Dr. Christian Dries zu unserem Testverfahren „Risikoprofil für Manager“ (ki.risk) präsentierte die Ergebnisse zum Zusammenhang des Fragebogens mit sogenannten mikropolitischen Taktiken (beeinflussende Handlungen). Für mehr Informationen lesen Sie hier

Forschungsprojekte KI-TEST

Das aktuelle Projekt des KI.M Spin-Offs KI-TEST beschäftigt sich mit dem Einfluss unterschiedlicher Verfahren zur Testauswertung auf die Bewerberauswahl. Andreas Conradi, Gerhard Gros und Prof. Dr. Christian Dries fanden heraus, dass es je nach verwendeter Auswertungsmethodik signifikante Unterschiede in den Ergebnis-Rohwerten gibt.

Andreas Conradi erhielt für seine angegliederte Bachelorarbeit den Bachelor-Award der GWPs.

Gerhard Gros stellte den von KI-TEST entwickelten Eignungstest für Bewerber mit Behinderungen vor, der konform mit der aktuellen Neufassung der DIN 33430 ist und im öffentlichen Sektor für die barrierefreie Bewerberauswahl eingesetzt wird. Die Neufassung der DIN-Norm greift die Forderungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetztes (AGG) auf. Durch den neuen Eignungstest entsteht eine hinreichende Rechtssicherheit bei der Eignungsbeurteilung behinderter Bewerber.

Workshop zur beruflichen Praxisorientierung

In Georgia Gaitatzis (Consultant im KI.M) Workshop erhielten interessierte Studierende einen Einblick in die praktische Arbeit im Kölner Institut für Managementberatung und verknüpften die Praxistätigkeiten mit den Inhalten aus dem Studium. Zudem konnten die individuellen Themenschwerpunkte ausgerichtet nach den Interessen der Studierenden im interaktiven Workshop angegangen werden: Was sind die Unterschiede zwischen kleinen und großen Unternehmen? Welches Gehalt erwartet mich als Wirtschaftspsychologe? Wie steige ich in die Forschung ein? Wie ist mein Standing als Absolvent eines Wirtschaftspsychologiestudiums? Gibt es die Generation Praktikum und was ist zu beachten? Darüber hinaus vermittelte Georgia Gaitatzi Tipps und Tricks zu Vorstellungsgesprächen.
Auch die GWPs fördert Praxiserfahrungen bereits im Studium und geht mit ihrer neuen „Prakti-Börse“ online. Dies ist ein Online-Matching-Tool für Studierende, das auf Grundlage der Interessen Praktikumsstellen im Bereich der Wirtschaftspsychologie vorschlägt.